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Brief des Hauptmanns Arnulf, Befehlshaber der Garde des Freiherrn zu Löwen, an seinen Onkel den Baron zu Steinthal

Lieber Onkel,

gesegnet seiest du in Pathor! Bitte setzte dich und rege dich nicht auf, wenn du dieses hier liest, denn Pathor braucht dich! Fremde sind in das Kloster des Pathor eingedrungen und Ungeheuerliches ist geschehen zur Jahreswende! Es sind Berichte, die direkt aus den alten Legenden und Mythen der Heldensagen Eridmeas stammen könnten. Doch ich befürchte, die Berichte spiegeln die Wahrheit und sind keine Legenden.
Wir erhielten kurz nach der Jahreswende einen Boten, der uns für das Kloster um Hilfe bat und ich befinde mich gleichsam schon auf dem Rücken meines Pferdes, während ich dies hier schreibe, um an diese heilige Stätte zu eilen. Zur Zeit bin ich der Befehlshaber der hiesigen Truppen. Der Freiherr von Löwen ringt gerade mit dem Tode, denn nach dem Bericht bekam er ein Stechen in der Brust und die Heiler sagten, wenn er sich weiter aufrege, so würde sein Herz stehen bleiben. Ich habe alle meine Männer zum Kloster geschickt mit dem Befehl, jeden zu töten, der sich auf mehr als 10 Schritte nähert. Außerdem habe ich nach Hilfe geschickt, einmal direkt zum König, einmal an die Magierakademie zu Talionis und als drittes an den Haupttempel Pathors, Herons und Tarashs in Eridion. Ich befürchte allerdings, die Truppen können frühestens in drei Wochen eintreffen Deshalb wende ich mich an dich in meiner Not Onkel. Du musst mir so schnell wie möglich Männer schicken, damit wir das Kloster halten können, egal was passiert.
Es war außerordentlich schwierig herauszufinden, was genau dort geschehen ist, aber aus dem Bericht des Boten habe ich versucht mir ein Bild zu entwerfen. Verzeih, wenn es etwas weitschweifig ist und ich des öfteren Dinge wiederhole, die du schon weißt, aber dies hilft mir, meine Gedanken zu ordnen.
Wie du sicherlich weißt beherbergt das Kloster des Pathor, dass in der Freistätte des Herrn zu Löwen liegt und eines der ältesten Klöster Eridmeas ist, die Zwillinge Kang und Kulos. Diese sind laut der Legende die letzten Thronerben eines der ältesten Königsgeschlechter Eridmeas. Sicherlich kennst du die Legende, doch ich möchte sie noch einmal wiederholen in kurzer Fassung, damit ich auch ganz sicher sein kann, dass wir das gleiche wissen.

Einst sandte Bartholomeus XVI, der gute König ganz Eridmeas, seinen treuen Magier Monostratos nach Rhyat, denn in der Kornkammer des Reiches waren seltsame Ruinen gefunden worden aus längst vergessenen Zeiten. Doch als Monostratos und die Kordiale des Königs dort ankamen, wandelten sie sich und sie wandten sich dem Bösen zu, nachdem sie unterirdische Kammern einer längst vergessenen Stadt betreten hatten. Sie unterjochten die Bevölkerung Rhyats, errichteten eine riesige Feste und bereiteten sich auf den Krieg gegen das restliche Land vor. Da sandte Bartholomeus ein Heer, doch diese wurde vernichtet und in seiner höchsten Not sandte er seinen eigenen Sohn Kulos mit einem zweiten Heer, um dem Schrecken ein Ende zu setzen, obwohl er wusste durch die Weissagung der Götter, dass er diesen Sohn verlieren würde an ein Schicksal schlimmer als der Tod. Und Kulos zog in die Ebene von Rhyat Doch da traf der Zorn der Götter Rhyat und ein gewaltiger Stern fiel leuchtend vom Himmel und sein giftiger Hauch verwandelte alles, was er berührte in Geschöpfe der Finsternis. So entstand Rhyat, die Geburtsstätte der Unlichen, wo Untote, Vampire, Nachzehrer und anderes wandelt. Kulos selbst aber wurde von Monostratos gefangengenommen und gefoltert und es heißt seine Seele wurde ihm entrissen und durch das Herz des Bösen ersetzt.
Daraufhin wurde er zum ersten der Unlichenkönige und er nahm ein Schwert, geschmiedet aus dem todbringenden Sterneneisen und fiel in Eridmea ein mit seinem Heer aus Unholden und erwürgte seinen Vater mit eigenen Händen als dieser sich ihm entgegenstellte.
Es heißt, dies sei der schlimmste Krieg gewesen, der das Land je verheert hat. Die Schlachten zwischen den Brüdern waren so gewaltig, als Kang versuchte seinem dem Bösen anheim gefallenen Bruder aufzuhalten, dass beinah alles Leben erloschen wäre. Da griff Pathor, der Gott des Wissens ein und bannte Kulos in eine Kammer außerhalb der Zeit und errichtete ein Kloster über dem Körper und erklärte das umliegende Land zu seiner Freistätte, dem heiligsten Orte Pathors in Eridmea, auf dass niemals jemand es wagte, ihn zu befreien aus seinem ewigen Kerker. Doch das Schicksal hatte geweissagt, dass wenn einer der beiden Brüder den anderen überlebte, das letzte Zeitalter anbrechen wird. Und so nahm Pathor voller Trauer im Herzen auch Kang, den Guten, und versiegelte ihn in einer Kammer außerhalb der Zeit neben seinem Bruder, auf dass beide ewiglich in der Krypta bleiben und das letzte Zeitalter nie anbräche. Soweit die Legende.

Nun begab es sich wohl, dass das Kloster in diesem Jahr ausgewählt wurde als Treffpunkt für den Konvent, das Treffen aller in der Nähe wohnenden Priester, zur jährlichen Beratung. Dieses Jahr war diese Beratung besonders wichtig, da seid einigen Monaten sich hartnäckig das Gerücht hielt, dem bösen Hexenmeister Eliazar sei es gelungen, zum Gotte zu werden. Nun wissen wir beide, dass es seid Jahrtausenden nur 18 GÖTTER in Eridmea gibt, doch wir wissen auch, dass das Gerücht um einen 19 Gott sich hartnäckig hält. Immer wieder scheint diese Sagengestalt gestalt annehmen zu wollen, um unser geliebtes Land in Blut zu ertränken. So hatte König Sedain I, möge er ewig herrschen, beschlossen, ein für allemal zu klären, wie viele Götter und welche in Eridmea verehrt werden sollen und wie mit diesen "Priestern des 19." Zu verfahren sei. Und wirklich tauchte wohl einer dieser so genannten Priester auf dem Konvent auf und behauptete, sein Herr Eliazar sei zum Gotte geworden, denn es hätte vor Jahrtausenden schon einen 19. Gott gegeben und nach dessen Verbannung und Vernichtung sei sein Stuhl nun frei geworden und von seinem Herren Eliazar neu besetzt. Dies muss zu furchtbarer Unruhe geführt haben unter den Priestern und es heißt, dieser Mann hätte Wunder gewirkt, um die Macht seines Gottes zu beweisen. Außer den Priestern kamen wohl vielerlei Recken aus unterschiedlichen Landen und allerlei seltsames Volk um die Gastfreundschaft des Klosters zu erbitten und manche behaupteten, sie hätten den Aufstieg Eliazars zum Gott - in einer Taverne ! übrigens, die nun ein "heiliger Ort" sein soll ! - gesehen.

So kam es wohl dazu, dass die anwesenden Priester und die Fremden die Götter um Hilfe anflehten, gegen diesen Dämon, der sich in die Sphäre der Götter aufzuschwingen gewagt hatte. Und wahrlich, es heißt, die Götter schickten ihnen eine Vision, dass es in ihren Händen läge, dass, was Menschenwerk sei wieder auf die alten Pfade der Wahrheit zurückzulenken. Leider kenne ich den Wortlaut der Vision nicht genau, doch es scheint, als hätten die Recken die sterblichen Überreste dieses ehemaligen Hexenmeisters aus den Feenlanden ? zu bergen. Außerdem mussten sie die magische Macht Eridmeas herbeirufen - ich habe von Magie leider keine Ahnung, Onkel, aber es hatte etwas mit den Monolithen zu tun - und den Segen der Götter erlangen. Dazu reisten sie wohl zu den Haupttempel der Götter wo sie sich dann auf mannigfaltige Art den Göttern als würdig erwiesen und so Symbole erhielten, die den göttliche Zustimmung für ihr Handeln ausdrückten. So ist es ihnen gelungen jede Aufgabe zu bewältigen, die der Gott ihnen jeweils stellte.
Mir wurde berichtet, dass sie für die Göttin Candra mit wilden Wölfen kämpften, dass für Heron einer von ihnen in eine Schlacht zog und gleich Heron selbst die Unlichen besiegte, dass sie ein gerechtes Urteil fällten, um Tarash wohlgefällig zu sein, dass sie klug und belesen ihren Wert Pathor bewiesen und sein Allerheiligstes herstellten und vielerlei mehr, was ich noch zu erfahren hoffe. Und auch, wenn ich gutheiße, was diese Helden wohl zu tun gedachten und was sie vollbrachten an Taten, so muss ich sie doch verdammen, für ihr weiteres Handeln. Denn es scheint, als wenn es in der Vision geheißen hätte, dass sie einen Krieger aus uraltem, königlichen Geschlechte benötigen, den Gott / Dämon / Hexenmeister zu bezwingen.
Und diese Narren, oh, diese furchtbaren Narren, versuchten das Gefängnis des Pathor aufzubrechen, um einen der Königssöhne zu befreien. Wobei wahrlich furchtbar daran ist, dass anscheinend die verblendeten Anhänger dieses Eliazar schon vorher heimlich in das Kloster eingedrungen waren, und die dortigen Mönche gefoltert, ermordet und ihren Platz eingenommen hatten. Und niemand, niemand hat es bemerkt vor Ende des dritten Tages! Wie ist dies möglich? Doch es scheint so, als hätten diese Fanatiker alle geblendet und alles getan, damit die Recken den bösen Bruder erwecken, auf dass Kulos der Schlächter wieder wandelte unter der Sonne Rhyats. Heil sei den Helden, dass sie sich nicht auf Dauer blenden ließen und allen Bestrebungen des Bösen zum Trotz nicht den Unlichenkönig aus seiner Krypta befreiten.
Anscheinend entdeckten die Weisen unter ihnen den Betrug und vernichteten die falschen Pathormönche, die zu fliehen versuchten. Dann gelang es ihnen unter manniglichen Schwierigkeiten beinah alles zu erringen, was benötigt ward, einen der beiden Brüder zu befreien. Doch anscheinend war ihnen bewusst, dass es für sie keine Möglichkeit gab, zu entscheiden, wen sie erweckten. Und so geschah es, dass wohl einer von ihnen namens Scyvaheri sich opferte und das königliche Schwert des Kang ergriff aus dem Tempel. Wohl bewusst war es den dort Anwesenden, dass damit sein Leben verwirkt war, doch es geschah trotzdem. Und der Bote berichtet von dem Wunder, dass dann geschah, denn die Seele Kangs verschmolz mit der Seele des Recken und aus zwei Wesen wurde eines. Und der, der nun weder Kang noch Scyvaheri, sondern beides war, schritt zum Schlachtfeld.
Und gewaltig muss es gewesen sein als die Magier rangen mit der Magie Eridmeas und die Priester anflehten die Götter und herabgebannt wurde der, der sich zu Unrecht aufgeschwungen hatte in die Reihen der Götter. Und grauenhaft ward der Kampf, der wogte zwischen dem falschen Gott und dem Helden des Lichtes, während die Schlacht um sie herum tobte, und Verteidiger auf Verteidiger fiel, um den Kreis der Magier zu bewahren vor den Horden der Untoten und Monstren, die herbeigeeilt waren , ihren Herren zu schützen. Und eine gewaltige Schlacht brandete über die Ebene, während der Gesang der Magier erscholl und das Flehen der Priester zu den Göttern drang und Scyvaheri - Kang niederrang Eliazar, den falschen Gott.
Und als die Schlacht beendet war lagen die Verwundeten und die Toten zusammen mit den verrottenden Leichnahmen der Bestien soweit man blickte und kein einziger Kämpfer stand mehr auf seinen Beinen. Doch in ihrer Mitte lag furchtbar durchbohrt von der Klinge des Eliazar der Krieger des Lichtes. Und kein Heiler vermochte seine Wunden zu heilen und kein Zauber konnte ihn retten. Und so barg man den Körper und brachte ihn in den Tempel, um für ihn zu beten. Da erscholl eine Stimme, wie ein Donnergrollen und Heron befahl den Krieger herauszubringen unter den freien Himmel und das Antlitz der Sterne. Und man brachte den Sterbenden zu dem geweihten Orte Tarashs und Hanumaks, wo eine Flamme entbrannte auf dem Stuhl, der dort gebaut ward zu Ehren der Götter. Und die Stimme des Heron erfüllte die Weiten des Klosters und die Herzen der Menschen, als er den Sterbenden aufforderte ob seiner Taten sich zu ihm zu gesellen, auf dass er in den kommenden Kriegen an seiner Seite streite. Doch der Krieger des Lichtes sehnte sich nach dem Reiche Eschgals und auch wenn sein Mut groß war, so war er doch zu bescheiden. Und er lehnte diese Ehre ab.
Da verschwand der Körper in heiligen Flammen und die Seele des Kang wurde erlöst, auf dass er einkehre in das lichte Reich Eschgals und die Seele des Recken namens Scyvaheri wurde erlöst, auf das er einkehre in das Reich des Westens, wohin seine Elfenseele sich wünschte. Und so starb Kang, der lichte Bruder, und Kulos überlebte ihn in seinem Gefängnis der Zeit. So endete der Bericht des Boten, der mir gesandt wurde.

Wie viel davon wahr ist, wissen nur die Götter. Doch ich reise nun auf dem schnellsten meiner Pferde dorthin, um zu sehen, was dort wirklich geschehen ist und mich den Folgen zu stellen, die ich dort vorfinden werde. Möge der Segen der Götter über allen dortigen Helden sein, wenn es wahr ist, dass sie den falschen Gott bezwangen. Mögen sie verflucht sein dafür, dass sie den einen Bruder dafür opferten. Und mögen die Götter uns gnädig sein in den kommenden Zeiten, denn nun wird die Prophezeiung wahr werden:

"Und so denn der eine Bruder den anderen überlebt,wisse,
dann wird anbrechen dass letzte Zeitalter Eridmeas,
auf dass die Welt sich wandle
und Götter und Sterbliche miteinander ringen
im letzten aller Kämpfe"

Sei versichert meiner aufrichtigen Zuneigung, Onkel, und bete für uns alle.

Dein Neffe Arnulf

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