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Die Taneshlegende

Und siehe dies ist die Wahrheit über die Legende von Tanesh, der geschändeten Herrin, und Bregath, der Seele der Welt, der sie tröstete. Und es ist die Wahrheit über den Drachen Armangath und sein Schicksal.

Hüte dich, dieses Wissen den Unwissenden preis zu geben. Nur die Heiligen sollen dieses Wissen erhalten. Denn übel wäre es und von böser Macht in den falschen Händen. Darum hüte dich, der du dies liest. Wenn dein Auge nicht voller Licht, dein Mund nicht voller Wahrheit und dein Herz nicht voller Güte und Liebe gegen das Geschlecht aller Lebendigen, dann soll dein Auge erblinden, deine Zunge erlahmen und dein Herz zu Stein werden, wenn du dieses hier lesest, auf dass du nicht deine Hand ausstreckest nach dem, was gegeben wurde unter dem größten Opfer, auf dass an dem Tage wo die Finsternis der Nacht das Licht des Tages verschlingt die Klinge leuchten werde wie ein Banner, den Heeren des Guten voranschreitend, das Dunkel zu vertilgen und zu bannen in den finsteren Kerker aus dem es entsprang.

Du, der du dies liest, wisse:
Groß ist die Macht des Wissens, das hier geborgen. Doch dieses Wissen allein wird dir nichts nutzen, außer, dass es Erkenntnis bringt. Weisheit gepaart mit Kraft und einem mutigen Herzen werden von Nöten sein, die Sterne Ineshs zu bewegen und das Bild des Drachen zu formen, auf dass es erleuchte die Erde, so wie seine Brüder den Himmel und aus der Tiefe breche das Herz des Drachen, die Fackel, euch den Weg zu leuchten, die Klinge, euch den Weg zu bahnen, das Banner, unter dem ihr euch sammeln sollt.
Möge die Hand, die es führt, einem Krieger des Guten angehören.

Und so erfahret nun die Wahrheit, wenn sie euch gebührt.

Und so geschah es, dass Libos, der Gott des Weines und der Lust, entflammte in seltsamer Begierde nach Tanesh, seiner eigenen Mutter. Doch diese war fern von ihm und Gemahlin seines Vaters Tarash, des Herrn aller Götter. Aber er entflammte durch ihre Ferne nur noch mehr, sein Blick wurde fiebrig und seine Glieder erhitzen sich von einem inneren Brande, der ihn zu verzehren suchte. Es war ihm, als litte er unter einer schweren Krankheit, die ihn verbrenne, seine Hände zitternd machte und seine Kehle füllte wie kochendes Blei. Er konnte nicht mehr schlafen, er konnte nicht mehr wachen, er konnte nicht mehr essen und es war ihm als schnürte die Begierde ihm den Atem ab, so dass er kaum noch Luft bekäme, seine Lungen zu füllen. Er irrte umher und wurde beinah wie die wilden Tiere getrieben von einem Hunger, der nicht zu stillen war und einem Durst, den weder Wasser noch Wein noch Blut zu stillen mochte.
Er wollte sie besitzen wie ein Mann ein Weib besitzt, wie ein Geliebter die Geliebte, wie ein Gatte die Gattin. Er wollte ihr beiliegen selbst wenn die Himmel danach einstürzten und die Vernichtung der Welt der Preis wäre. Und so schwor er beim Schicksal alles Lebendigen, dass sie sein würde, und sei es nur für eine einzige Nacht, sein eigen, sein Besitz. Und seine Stimme drang in die Himmel und sein flehendes Schreien erfüllte die Nacht und der Schwur eines Gottes erschütterte das Gewebe der Unendlichkeit. Sein Geist sann nur auf das eine: wie sie ihm zu eigen werden könne.

Und er braute einen Trank, süßer als der süßeste Honig, duftender als die lieblichste Rose, röter als selbst das Blut seines Herzens.

Und er ging zu Candra, der Herrin der Jagd, der Schwester der Alogrimonde, die seinem Herzen zugetan war. Und er lag ihr bei, wie ein Wolf der Wölfin und nach dem wilden Spiele, dass sie spielten in den Wäldern und Bergen lagen sie ermattet beieinander. Und während er erschöpft von seiner Mannesprobe neben ihr lag, sein Haupt in ihrem Schoße, sanft ihr Haar streichelnd, sagte er zu ihr wie im Träume: „Oh Candra, wahrlich, du bist die Göttin der Jagd. Keiner mag schneller sein als du und keiner ein besserer Jäger, außer natürlich unserem Vater Tarash.“ Da fuhr sie auf und mit einem Knurren starrte sie ihn an. „Wie kannst du es wagen?“ sprach sie und ihre Stimme war wie das Grollen des Donners, wie das Flüstern des Nebels und das gewaltige Knurren des großen grauen Wolfes, der im Norden lebt. Und Libos ergriff Angst, denn ihre Zähne waren scharf, wie die Bisse ihrer Liebe bewiesen und sie konnte ihn zerreißen. Doch sein Plan stand fest. „Verzeih, Wildeste, du, der ich meine Kehle darbiete. Doch glaubst du nicht, dass unser Vater, der ein Mächtiger ist, gewaltiger ist in der Jagd als du? Sind wir nicht wie scheues Wild vor ihm? “ Wild schüttelte sie ihre Mähne und ihre Augen glühten. „Niemals“ antwortete sie und stolz warf sie den Kopf empor. „Kein Mann wird je mich übertreffen bei der Jagd oder mir gleich sein. Ich bin kein Wild, ich bin die Jägerin“ Da tat Libos überrascht, obwohl dies genau die Aussage war, auf die er gehofft hatte. „Nun, wie kannst du dir sicher sein? Sicherlich gibt es kein Wild auf dieser Erde, dass euch beiden gleichzeitig die Stirn bieten mag. Wie solltest du erproben, ob er dich übertreffe? Schwerlich kann er sich in einen Hirschen verwandeln, um so zu beweisen, dass du ihn nicht erreichest in seiner Schnelligkeit. Noch schwerlicher kann ich es mir vorstellen, dass du eine Färse seist.“ Und listig blickte er sie an und streichelte gesengten Hauptes ihren Leib. „Eine Wölfin bist du, kein Wild, dessen bin ich mir sicher, aber was willst du tun? Etwa ihn fordern?“ Und sein Blick war voller Unschuld als der dies fragte, doch sein Herz bangte. Und es geschah, was er erhofft hatte. Candra führ auf. „Genau dieses, werde ich tun. Ich bin die Jägerin, die Mutter aller Wölfe. Sollte es ihm gelingen mich zu stellen und zu bezwingen, so biete ich ihm meine Kehle dar und unterwerfe mich ihm. Doch sollte er schwach sein, so werde ich ihn zerreißen und einen Gatten mir wählen, der die Götter beherrschen soll. Das Alte und Schwache soll nicht herrschen über das Starke.“ Und bevor Libos noch etwas erwidern konnte stürmte sie davon.

In den geheimen Schriften der Candra steht geschrieben was nun folgte und wie es weiterging mit ihr und der Herausforderung, die sie entgegen schrie ihrem Vater und dem schrecklichen Unheil, dass sie brachte über sich und ihre Priester, die nun werden zu reißenden Wölfen in der Nacht des Neumondes. Doch dieses lernet aus den geheimen Schriften der Candra. Wichtig sei es nur zu sagen, dass es geschah und eine große Jagd stattfand und Tarash sein Haus verließ unter den bezeugenden Augen der Götter, seiner Kinder, auf dass seine Kraft erprobt und bewiesen würde.

Doch Tanesh, die Liebliche, blieb in ihrem Heim und hütete das Feuer des Herdes. Und sie empfing freundlich ihren Sohn Libos, der gewartet hatte auf diese Stunde. Und er trat ein in das Haus seines Vaters, ein Lächeln auf den Lippen und Verrat in seinem Herzen. Und die Begierde verbrannte seinen Körper, so dass Tanesh sich um ihn sorgte, und meinte, ein schweres Fieber hätte ihn ergriffen. Und so bettete sie ihn auf das Lager ihres Gatten und gab ihm zu trinken und kühlte seine Stirne mit einem Tuch, das sie getränkt hatte mit klarem Naß. Doch ihre Berührung und der Duft ihres Atems machten sein Rasen nur schlimmer und so ergriff er ihre Hände und sagte zu ihr: „Ach, liebe Mutter, gib mir doch einen Krug. Yersinias der Weise hat mir ein Heilmittel gegeben, gegen meine Krankheit.“ Und sie holte den Becher ihres Gatten und er schenkte ihn voll des Trankes, den er gebraut hatte. Und er tat so, als wenn er davon tränke, doch er nippte nur leicht, denn er war schon wie im Rausche und er wollte seine Sinne nicht benebeln. So verzichtete er auf den Trunk um ganz sie trinken zu können. Und er kannte die Schwäche Taneshs, ihre Neugier, und sagte: „Oh, gute Mutter, schmecke doch wie lieblich dieser Trunk, ganz anders als die anderen bitteren Medizinen. Und eine seltsame Frucht muss in ihm sein, die ich noch nie schmeckte.“ Und Tanesh ergriff mit Zögern den Kelch um vom Tranke zu kosten, denn sie glaubte, alle Pflanzen zu kennen und keine Frucht wäre ihr fremd. Doch kaum hatte das Nass ihre Lippen berührt, da füllte gar köstlichster Geschmack ihren Mund und ein Duft ihre Sinne, der diese betäubte. Und kaum hatte sie gekostet, da trank sie auch schon und kaum trank sie, da dürstete ihr nach mehr. Und Libos, der geschickte Mundschenk füllte ihr nach, bis seine Flasche leer war. Und Taneshs Augen glänzten und ihre Wangen röteten sich und sie fühlte sich leicht wie eine Feder. Ihre Glieder brannten und sie spürte ein Verlangen in ihrem Leibe, dass ihre Röte vertiefte. Libos ergriff sie aber und zog sie herunter zu sich und sagte: „Oh Mutter, wärme mich, denn ich bin krank.“ Und in ihrer Verwirrung ließ sie sich zu ihm herab. Und er schlang die Arme um sie und begann sie zu liebkosen und seine Berührungen waren wie flüssiges Gold, dass über ihre Haut rann. Und sie wollte seine Hände abwehren und sich entziehen der Liebkosung, doch seine Arme waren stark, seine Zunge drang in ihren Mund, wo er kostete, so wie sein Mannestum ihren Frauenschoß kosten sollte. Und nie gekanntes Entzücken erfüllte Tanesh, ein heißes Pochen, dass sie durchdrang. Und ihre benebelten Sinne ließen das Gesicht ihres Sohnes und ihres Gatten verschwimmen und sie wehrte sich nicht mehr, sondern verlangte mit Inbrunst nach seiner Macht. Und er nahm sie, wie ein Mann ein Weib nur nehmen kann, Geliebter die Geliebte, wie ein Gatte die Gattin und wie ein Süchtiger stillte er sein Verlangen an ihr bis sie ermattete und vollkommen in Besitz genommen neben ihm in tiefen Schlummer fiel. Dann stand er auf, gesättigt, und verließ, obwohl ermattet, das Bett seines Vaters, selbst noch trunken von ihrer Süße.

Als sie aber erwachte da fand sie das Lager zerwühlt und noch die Spuren seines Samens an ihrem Leibe. Und sie weinte, weinte vor Schmerz, Kummer und Scham. Entsetzt sah sie das Zeugnis ihrer nächtlichen Hingabe und sie riß ab die Laken und warf sie ins Feuer ihres Herdes auf dass sie verbrannten. Und sie wusch sich am Brunnen und richtete ihr Haar. Und sie schwor sich, niemals ihrem Gatten Tarash zu sagen, was geschehen war in dieser Nacht. Denn erschlagen würde er den eigenen Sohn und göttliches Blut würde tropfen von göttlichen Händen, wie es gerade erst geschehen war. Und sie wollte nicht weiteres Leiden bringen über ihren Gemahl, der gerade erst den Bruder verloren. Und als Tarash wiederkam von der Jagd begrüßte sie ihn wie ihren einzigen Gatten und er bemerkte nichts. Doch einige Zeit später schwellte ihr Leib von neuem Leben und Entsetzen trieb sie umher, denn in ihr wuchs heran der Sohn ihres Sohnes, die Frucht seiner Lenden. Doch ihr Gemahl ahnte nichts und freute sich des neuen Sprösslings der heranwuchs im Leibe seiner Frau.

Und so geschah es das Tanesh Moluk K´than gebar im Himmel der Götter. Und sie weinte, denn sie sah, dass sie Leid brachte in die Welt und sie wagte es nicht ihren Gemahl in die Augen zu sehen. Und Tarsh erkannte den Knaben an als seinen Sohn und er schenkte ihm das Recht zu Herrschen mit den anderen Göttern. Tanesh aber wünschte sich nur eins: Erlösung von ihrer Schande und zu fliehen vor den Augen ihres Gemahls und von dem Knaben, der als Abbild ihrer Buhlerei in der Wiege lag.

Da rief sie Armangath, den Gewaltigen, den Drachen, weise und mächtig, ein Kämpfer des Lichtes, selbst kein Gott, doch ihnen so ähnlich wie ein Wesen mit sterblicher Seele sein kann, der gekämpft hatte an der Seite der Götter im großen Kriege der Götter. Und dieser sah ihr Leid und er liebte die Erhabene und so trug er sie ohne jede Frage hinab zur Erde und seine Schwingen teilten den Himmel. Doch die Geister des Bösen, dass noch eben beherrscht hatte die Erde, waren noch mächtig, denn ihr Herr war gerade erst gebannt worden von seinem Bruder. Und sie sahen, dass die Reinheit Taneshs befleckt war und so stießen sie herab aus den Wolken und der Finsternis, die Heilige zu ergreifen und ihr den Tod zu bringen. Und Armangath kämpfte wie noch nie zuvor in seinem Leben. Und seine Flamme war gewaltig, und sein Schwanz peitsche während seine Klauen hunderte von ihnen in Stücke rissen. Doch es waren ihrer viele und sie zerfetzen seine Flügel und seinen Leib, denn er war nicht in der Höhe seiner Macht. Denn der Krieg des Fünfte der Fünf war gerade erst vergangen und noch frisch die Wunden in Armangaths Leib und sein Geist war gefüllt mit Vision der kommenden Schrecken und der Krieger der Götter und der Zeit, wo der Fünfe der Fünf wieder erwachen würde und das letzte Zeitalter anbräche. Und so trug er sie durch den Schrecken der Nacht und seines Geistes hinab bis zum sicheren Erdboden.

So betrat Tanesh die Erde, und der Wind peitschte sie und der Regen vermischte sich mit ihren Tränen und dem Blute Armangaths und die Geister des Bösen griffen sie an.

Und Armangath umwand sie mit seinem Leib und senkte sich in die Erde und sein Leib bildete eine Höhle, auf das Tanesh geschützt wäre vor dem Zorn der Elemente und dem giftigen Bisse des Bösen. Und Blut tränkte die Erde aus seinen zerfetzten Schwingen und er spürte sein Leben schwinden und die Erde nach ihm greifen. Doch die Geister des Bösen tobten über ihm und suchten einen Weg, die Heilige zu ergreifen. Da ließ er Tanesh zurück in der Erde und begab sich hinauf zu seinem letzen Kampfe. Und er riss sie in Stücke, seine starken Kiefer zerbissen ihre Leiber und sein Atem verbrannte sie. Doch sein Leben schwand und mit ihm seine Macht. Er wusste, er würde sterben und dann wäre die Göttin den Geistern ausgeliefert, die sie zerren würden aus der Erde, um ihr böses Spiel mit ihr zu treiben und sie zu schänden, bis ihre Heiligkeit vernichtet und sie sterblich wäre, um sie dann zu zerfleischen. Da rief er sein Volk, dass älteste dieser Welt, dass nach ihm benannt war und er gab denen, die nicht gefallen waren und die nicht zum Bösen verführt worden waren vom Fünfe der Fünf den Auftrag, diese heilige Stätte zu schützen. Und es eilte herbei Brongarth, der Führer der Hundert, der im Kriege der Armangathier einen Teil seines Volkes gerettet hatte vor der großen Sturmflut, die sein Volk vernichtet hatte und dieser kam mit seinen Kriegern dem weisen Drachen zu Hilfe. Und gemeinsam kämpften sie, Mensch und Drache, Seite an Seite, das Böse zu vernichten, während Tanesh ruhte unter der Erde.

Und Tanesh weinte und ihre Tränen vermischten sich mit den Flüssen der Unterwelt.
Da erwachte Bregath, der Herr des Waldes, der Lebensodem der Welt und er hörte ihr weinen und er näherte sich ihr. Und er fühlte ihren Schmerz wie sie herbeisehnte ihr Vergehen zur Unsterblichkeit verurteilt. Und er, der das Leben selbst ist, konnte nicht ertragen ihre Sehnsucht nach Tod und er barg sie in seinen Armen und trocknete ihre Tränen, stärkte ihren Rücken und heilte sie. Und der Odem der Welt spendete ihrer Brust Atem, und der Geist der Welt erfüllte sie und das Leben selbst gebar sie neu.

So heilte Taneshs Seele und sie begann neue Hoffnung zu schöpfen und sie beschloss ihrem Gemahl die Wahrheit zu sagen und sich seinem Urteile zu stellen.

Und zum Dank für seine Hilfe schenkte sie seinen Kindern Bewusstsein und die Gabe der Vernunft und der Sprache. Und so entstanden die Dryaden und die Geschöpfe des Waldes wie die sprechenden Bäume. Und Bregath Herz jubelte, denn nun konnten seine Kinder den Menschen sagen, dass es Unrecht wäre, sie zu töten mit den scharfen Äxten und sie zu verbrennen in ihren Schmiedefeuern. Und zum Dank dafür, dass sie seinen Kindern Leben geschenkt hatte, schenkte er ihren Kindern seine Gunst. Und so gab er ihr die Macht über die Früchte des Feldes und die Früchte der Bäume und die sanften Tiere, die zu zähmen in der Menschen Macht, auf dass sie diesen dienen sollten um ihr Leben zu erleichtern. Und leicht war das Herz der Tanesh und fröhlich war das Herz Bregaths.

Und Tanesh beschloss zurückzukehren und sich ihrer Pflicht zu stellen. Und Heiligkeit erfüllte sie und Rechtschaffenheit und der Glanz der Reinheit. Und sie brach hervor aus dem Schoße der Erde geboren aus der Liebe Bregaths. Und ihr Strahlen versengte die Kreaturen des Bösen und ihr Blick schmolz ihre Körper und ihr Atem vertrieb die giftigen Nebel, die sie ausgestoßen hatten. Doch es war zu spät, denn Armangath der Mächtige hatte sein Leben geopfert, damit er sie schütze und sein Blut hatte die Erde rot gefärbt und kraftlos war er geworden in dieser Zeit, beraubt seiner Macht. Und Tanesh sah die Leiber der Armangathier, die bedeckten die Erde, in der sie geruht und den gewaltigen Leib Armangaths, dessen brechendes Auge sie erblickte. Und sie weinte unzählige Tränen, doch selbst die Macht ihrer Tränen reichte nicht die Wunden zu schließen, die das Böse geschlagen.

Und auch Bregath trauerte, denn er sah, dass nicht nur die Menschen dem Untergang eins Tages geweiht wären, sondern auch seine Kinder und das der Fünfte der Fünf ihn töten würde, denn er war das Leben selbst.

Da sprach Armangath zum letzten Male zu Bregath und Tanesh und seine Stimme ließ die Erde erbeben:
"So nehmet denn mich, denn ein Krieger war ich und das Vergehen soll nicht siegen über meinen Mut. Schützen will ich wie es mir bestimmt." Und da brach der Leib Armangaths auseinander und aus seinem Herzen entspross ein Schwert aus Stahl, gepanzert mit den Schuppen des Drachen, erfüllt mit dem Odem seiner Seele und seiner flammenden Kraft.“

Tanesh aber segnete Armangath, denn siehe, dass was geschah, war gut und geschrieben im Buche des Lebens. Bregath aber rief Brongarth ihm das Schwerte zu geben, um das Dunkel zu bekämpfen wenn es wieder käme in die Welt. Doch dieser hielt die Ehre für zu groß und es war nicht an ihm, denn noch war die Zeit nicht gekommen. Und so nahm das Volk der Armangathier das Schwert Armangath und senkte es in die Erde, wo das Herzblut des Drachens den Boden für alle Zeiten gekennzeichnet hatte. Und sie schworen diesen heiligen Ort zu schützen bis der käme, der die Milde und Klugheit Taneshs hätte und die Liebe und das Leben Bregaths. Und dieser würde kommen, wenn das letzte Zeitalter angebrochen. So lange würden sie wachen über diesen heiligen Ort.

Tanesh aber war gerührt vom Mute Brongarths und seiner Demut und so gab sie ihm das größte Geschenk, dass sie geben konnte. Sie verlieh ihm die Kraft die Seelen der Seinen zu schützen vor der bösen Einflüsterung dessen, der vertrieben worden war. Und ein jeder der gebunden wäre an ihn mit Blut sei gesegnet von Tanesh und bewahrt vor dieser Versuchung im Leben wie im Tode, auf dass er folge dem ehrenwerten Pfad Brongarths. Und weil er ihr gedient hatte bis hin zu seinem nahenden Tode, gab sie ihm die Macht nicht einzukehren in die Reiche der Schwestern, sondern dass sein Leib nicht verwese und seine Seele an dem Orte bleibe, den er sich erwählt, seinen Stamm weiter zu schützen. Sie aber kehrte zurück in den Himmel, sich ihrer schweren Bürde zu stellen.

Bregath jedoch hütete das Schwert in seinem Reiche, der Erde.

Inesh allerdings, die Herrin der Sterne, war gerührt vom Mute Armangaths. Und so sandte sie herab ihre Kinder, die Sterne, zur Erde, auf dass sie ihm nahe seien und geformt werden könne das Bild des Drachen auf dem Boden, in dem er ruhte.

So endet die wahre Legende von Tanesh, Bregath und dem Opfer des Drachen Armangath.

Und wehe dem, der es wagt seine Hand auszustrecken, nach der Seele und der Macht; dem Stabe Armangath. Verflucht sei er, wenn seine Seele nicht rein und wenn er nicht hätte die Milde und Klugheit Taneshs und die Liebe und das Leben Bregaths. Möge die Macht des Schwertes, der vernichtet alles, in dem nicht der Odem des Lebens, weise genutzt werden, von einem, der es wert ist.
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