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Vom Volke Armangaths
Eine Schilderung von Rubio O’Lathín

Der Beginn von Allem

Diese Aufzeichnungen berichten von dem legendären Volk der Armangathier, benannt nach dem größten und mächtigsten Drachen, der je in Eridmea gelebt hat: Armangath. Denn sie sind sein Volk!

Man sagt, die Armangathier hätten schon vor dem Zeitalter der Menschen in Eridmea gelebt. Vermutlich zu einer Zeit als selbst die 18 Götter noch nicht alle existierten. Der Lebensraum dieses Volkes war alten Legenden zufolge ein Gebiet, das später unter dem Namen Rhyat bekannt wurde. Bevor die finsteren Zeiten anbrachen, herrschte in Rhyat die Hochkultur vom Volke Armangaths.

Doch die vier, die die Welt und die Götter und alles andere geschaffen haben, kämpften in jenen Tagen einen großen Kampf mit dem Fünften der Fünf, der die Welt mit all seinen garstigen und unheiligen Kreaturen und Geistern überschwemmte. Durch den Fünften der Fünf gelang auch ein gewisser grüner Steinquader nach Rhyat, der in der weiteren Geschichte Eridmeas noch von großer Bedeutung werden sollte.

Doch die Armangathier in Rhyat wurden dekadent und rannten dem Niedergang ihres Volkes und ihrer Kultur entgegen. Ihr Niedergang ließ sich nicht aufhalten, ihr Reich zerbrach. Ob dieses erst durch den Steinquader des Fünften der Fünf geschah oder schon vorher einsetzte, ist nicht überliefert.

Doch ihre Kultur ging nicht vollständig unter. Die Armangathier lebten fortan in kleineren Gruppen oder Stämmen unter einem Anführer. Voraussichtlich hatten sie in dieser Zeit keine feste Heimat, sondern versuchten im Kampf gegen die Unwesen des Fünften der Fünf zu bestehen.

Der neue Lebenszweck

Der nächste Wendepunkt in der Entwicklung des Volkes trat ein, als ein junger heißblütiger Gott namens Libos den Drang hatte, seiner eigenen Mutter Tanesh beizuschlafen. Er lockte mit einem perfiden Trick und unwissender Mithilfe durch Candra seinen Vater Tarash aus dem Haus, benutzte ein Mittel um Tanesh gefügig zu machen. Wie und unter welchen Umständen diese Freveltat tatsächlich ausgeübt wurde, ist sicherlich nicht für jedermann Augen und Ohren gedacht und kann bei Bedarf in diversen Bibliotheken Eridmeas nachgelesen werden.

Tanesh jedenfalls, die Muttergöttin, war auf Grund der Schande voller Scham und Trauer. Sie wollte fliehen, zur Erde, nach Eridmea, um ihrem Gram zu entfliehen. Der treue Armangath war es, der die Göttin sicher durch die Horden des Fünften der Fünf geleitete. In Eridmea angekommen, formte er eine Höhle zu ihrem Schutz und schwang sich erneut in die Lüfte um die Angreifer fernzuhalten. Dabei rief er die letzten 100 seines Volkes unter ihrem Anführer Brongarth zu Hilfe.

Der mächtige Drache jedoch und auch viele seines Volkes hauchten ihr Leben in dieser Schlacht aus und ihre toten Leiber übersäten die Erde. Inzwischen war Tanesh jedoch von ihrer Schande geheilt worden durch die Liebe und den Schutz des Bregath, der das Leben selbst ist. Sie war bereit, zu der Schandtat zu stehen und den anderen Göttern gegenüberzutreten.

Die Götter waren so sehr bewegt von der selbstlosen Tat Armangaths, dass Inesh ihm zur Ehre einige Kinder schickte, um im Himmel das Sternbild des Drachen zu formen, das seither an Armangath erinnert. Das Volk der Armangathier wurde gerettet und erhielt einen neuen Lebenszweck. Von nun an bewachten und verteidigten die Armangathier den Ort, an dem der Drache sein Herzblut gab, um die Göttin zu retten. Ebenfalls verbarg sich dort - im Herzen des Drachen - eine Klinge, in der Armangaths Seele wohnte. Der Bregath- und der Tanesh-Orden errichteten an dieser Stelle eine Pilgerstätte, die allen geschändeten und gequälten Frauen seither als Zuflucht diente.

Der Fluch des Bösen

Viele viele Jahrhunderte später, vor ungefähr fünftausend Jahren, entdeckte man bekanntlich in Rhyat, der Kornkammer des Reiches Eridmeas, Überreste einer alten Kultur. Der Hofmagus Monostratos wurde gesandt um diesen Fund zu begutachten. Was er fand, war der Steinquader des Fünften von Fünf aus den Zeiten der Armangathier. Wie im weiteren Verlauf Monostratos vom Bösen beseelt wurde, wie er Eridmea geknechtet und sogar mit Hilfe eines grünen Sterns, der vom Himmel fiel, den Königssohn Kulos mitsamt seinem Heer und seiner Begleiter in seine unheiligen Diener verwandelt hat, braucht an dieser Stelle nicht näher thematisiert werden.

Doch eine Begleiterin des Kulos verdient besondere Erwähnung. Morta war eine Novizin im Orden des Yersinias, des damaligen Gottes der Heilung. Man sagt, sie habe mit ihren Händen wahre Wunder vollbringen können, weshalb man sie auch die Geliebte Yersinias’ nannte. Doch selbst Morta wurde, wenn auch nach langer Folter, eine Unliche im Heere des Monostratos. Dieses Heer rückte vor, Eridmea zu unterjochen. Dabei gelangen sie an eben jene Pilgerstätte, die die Armangathier verteidigten. Doch dies war nicht nur die Pilgerstätte, in der die gute Morta einst Novizin war, auch ihr Gefährte Lazarom befand sich noch immer an diesem Ort.

Es kam zu einem Zusammentreffen, doch weder Lazarom noch die Armangathier glaubten die Geschichte, die Morta erzählte: Angeblich habe sich ihr Geist nach einer langen Unterredung mit dem Paladin Merlon wieder den Eridmeischen Göttern geöffnet und es sei möglich, dass sie von der Krankheit Rhyats geheilt werden könnte. Einzig ein Priester namens Albertus glaubte an sie und wollte ihr helfen. Doch Hilfe bekam sie von einem Gott höchstselbst: Yersinias erschien ihr und gab ihr Phiolen von seinem eigenen Blut. Er opferte sich um sie zu erretten und ihr die Menschlichkeit zurückzugeben.

Morta erhielt durch dieses göttliche Opfer ihre vollständige Menschlichkeit zurück. Sie ging zum Kloster, doch glaubte man ihr wieder nicht. Ihr eigener Gefährte Lazarom zerschlug ihren Schädel. Im gleichen Augenblick zerbarsten die Steinmauern der Pilgerstätte, verbrannten die Holzbalken, das gesamte Kloster wurde vernichtet. Denn nun, da Morta getötet ward, war das Opfer des Yersinias’ umsonst. Lazarom aber, der seinen Fehler erkannte, nahm sich selbst das Leben und fristet seitdem ein Dasein als unruhiger Geist in der Pilgerstätte.

Die Armangathier aber traf ein schwerer Fluch. Die Anführer des Stammes waren seinerzeit die Brüder Arman und Garthis und es heißt, dass jeden der Brüder ein Fluch für das ganze Volk traf: Arman wurde krank, sein Leib zerfiel nach und nach. Diese Krankheit war ansteckend und verbreitete sich als Seuche, die später Dimme genannt werden sollte.

Garthis wurde verflucht, dass alle Werkzeuge in den Händen der Armangathier zu Staub zerfallen sollten, alle von Ihnen errichteten Mauern sollten einstürzen und nichts gelänge ihnen mehr so wie früher. Durch diesen Fluch war das Volk dazu verdammt, ihr ehrenvolles Leben aufzugeben und führte von da an ein Leben als Wilde im Wald. Doch ihren Auftrag die dann von Albertus neu errichtete Pilgerstätte zu schützen, gaben sie nie auf.

Die Rettung des Letzten

Vier Jahre nach Krönung Sedains I. zum König von Eridmea war Monostratos erneut erstarkt und schickte sich an, mit seinen unlichen und unheiligen Geschöpfen die Pilgerstätte anzugreifen. Vermutlich suchte er dort das Schwert des Drachen, das die Seele Armangaths enthielt. Doch bevor er seine eigenen Geschöpfe schickte, heckte er einen perfiden Plan aus: Mit Hilfe eines seiner “Sklavenkragen“ brachte er den Anführer der Armangathier und damit das gesamte verbliebene Volk unter seine Kontrolle. Und die Armangathier, die einst die Pilgerstätte beschützten, griffen nun die Pilger und Reisenden an!

Dieses gab Monostratos etwas Zeit, den geheimen Pfad zum Herzen des Drachen zu suchen, den er aber niemals finden sollte. Und nebenbei produzierte er so eine Menge Tote, die ihm oder Kulos vermutlich in einer späteren Armee der Untoten dienen sollten. Den Pilgern gelang es, den Angriff der Armangathier abzuwehren. Man tötete sogar den Anführer und stellte den Sklavenkragen sicher. Doch als die letzten Armangathier zu Friedensverhandlungen eintrafen, gab es derer nur noch drei oder vier. Und diese fielen im Kampf mit den untoten Geschöpfen Monostratos’.

Die letzten Hoffnungen ruhten jetzt auf Leomargath, einem Dimmekranken, der nicht im Wald lebte, sondern mit anderen Kranken zusammen im sogenannten “Dimmeturm“. Man vermutete, dass er der letzte sei, der noch vom Blute der Armangathier war. Ebenso hofften die Pilger, dass sich die alten Legenden bewahrheiteten, nach denen Arman, der erste Dimmekranke, das geheime Wissen um die Geschichte des Volkes und das Schwert des Drachen über die Generationen weitervererbt habe.

Und so machten sich die Pilger auf, suchten und fanden die nicht verwendeten Phiolen mit dem Blut des Gottes Yersinias. Denn wie sich zeigte, war dieses Blut so etwas wie die pure Essenz der Heilung und es wäre in der Lage gewesen, eine jedwede Krankheit zu heilen. Und so nutzen der Heiler Elfjur und die Magier Argentan und Rubio O’Lathěn eine der Phiolen um Leomargath von der Dimmekrankheit zu heilen.

Und tatsächlich war er der Erbe Armans. Und nicht nur wurde seine Krankheit besiegt, sondern auch der Fluch Armans gebrochen. Leomargath erzählte nicht nur die ganze Geschichte seines Volkes, sondern teilte auch mit, wo sich das Herz des Drachen und damit das Schwert mit dessen Seele befindet. Mit seiner Hilfe wurde das Schwert gefunden und konnte erfolgreich gegen den Unlichen-Anführer Kulos eingesetzt werden, aber das ist eine andere Geschichte.

Inzwischen wurde - wie bekannt sein dürfte - auch Monostratos vernichtet, so dass man davon ausgehen kann, dass auch der zweite Teil des Fluchs gebrochen sein dürfte. Leomargath aber erstrahlte in neuem Glanz und mit ihm gibt es jetzt wieder Hoffnung, die Kultur der Armangathier wiederherzustellen. Wie sich zeigte, ist Leomargath auch der rechtmäßige Erbe des getöteten Grafen von Waldborn. So sich der König also seiner gnädig zeigt, wäre Leomargath damit auch der neue Graf. Rubio O’Lathín
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