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Es ist schon viele Jahrhunderte her und viele Könige sind seither gekommen und gegangen, da saß Alogrimonde im Reich der Götter vor einem Spiegel den sie Tanesh gestohlen hatte und schaute durch diesen in die Welt der Menschen. Und als sie auf die Schönheit der Welt und das Treiben der Menschen sah, überkam sie wieder ein-mal ein Verlangen dem Reich der Götter zu entfliehen und auf Erden zu wandeln. Denn so erhaben und unbeschreiblich die Größe des Götterreiches war, so war es doch das Reich Tarashs und harmo-nisch und geordnet und wunderschön nach Taraschs Willen geschaffen. Und Alogrimonde kannte jeden Winkel und weil sich nichts veränderte, weil alles vollkommen war, langweilte Alogrimonde sich fürchterlich. So nahm sie ihren Stab und ihren Wams und band sich die Haare hoch und gab sich ein menschli-ches Wesen. Dann stampfte sie dreimal mit dem Fuß auf und sprang durch den Spiegel in die Welt der Sterblichen. Und sie wanderte über die Erde und hatte ihr Vergnügen mit den Menschen und er-höhte die niedrigen und erniedrigte die Hohen, solange sie nicht unter Tarashs Schutz standen. Sie schlief auf dem Waldboden und betrank sich in Tavernen und schenkte einem Jungen einen singen-den Kristallvogel, weil er ihr ein neuer Brettspiel zeigte. Schließlich kam sie an eine Stadt in der ein reicher Fürst wohnte, der ein großer Spieler war und schon jedes Spiel, das er kannte, gemeistert hatte. Eines Abends, beim Essen, bemerkte er zu seinen Gästen: Wenn ich doch nur ein Spiel hätte, das ich noch meistern könnte. Es müßte ein Spiel sein, das wie Handel und Krieg ist, in dem Glück und scharfes Denken sich die Hand reichen müssen, ein Spiel, durch das ich weiter lernen kann. Ich würde jedem den Wunsch erfüllen, der sein Herz bewegt, der mir ein solches Spiel schenkt und es dürfte für einen Sterblichen schwer sein, einen Wunsch zu haben, den ich nicht erfüllen kann, könnte ich selbst den Göttern ihre Wünsche erfüllen.“ Alorimonde, die gerade in diesem Augenblick am Fenster vorbeikam hörte dies und lächelte. Am nächsten Morgen kam Alogrimonde zum Fürsten und bot ihm das Spiel des Jungen and, das wir heute als „Schwarzer Ritter, weißer Ritter“ kennen und damals noch 6 x 10 Felder hatte. Sie erklärte ihm das Spiel und der Händler war begeistert. Mit leuchtenden Augen versprach er Alogrimonde alles zu tun, was ihr ärmliches Herz begehren möge. Denn Alogrimondes Wams war abgerissen und der Händler hielt sie für eine arme Landstreicherin. Alogrimonde lächelte und sagt: „Ich möchte nur etwas Korn. Lebe auf das erste Feld ein Korn Weizen, auf das zweite Feld zwei, auf das dritte vier und verdoppele die Menge für jedes Feld auf´s neue. Damit bin ich zufrieden.“ Der Händler, blind vor Freude rief aus: „Nur etwas Korn, bist du sicher Frau? In Gold werde ich dir das Brett aufwiegen. Nie mehr sollst du Hunger leiden.“ – „Nein,“ sprach Alogrimonde, „ein wenig Korn ist mir genug.“ – „ So sei es,“ sprach der Händler und Alogrimonde ging. Und der Händler fing an zu rechnen wie viel Korn das wohl war und bald gingen ihm die Augen über, so groß war der Haufen. Aber da er ein ehrlicher Händler war, versuchte er das Korn aufzubringen und ruinierte sich dabei. Schließlich nach mehreren Jahren kam Alogrimonde zu ihm und fragte ihn lächelnd, ob er Demut ge-lernt habe, als er bejahte, gab sie sich zu erkennen und erklärte, sie sei mit dem gesammelten Korn zufrieden. So entband sie ihn von seinem Wort. Dann nahm sie das Korn und brachte es mit einem gestohlenen Piratenschiff nach Eridat, wo eine Hungersnot herrschte und ruinierte dort die Wucherer. Der Händler aber, der schaffte es durch Fleiß und ein paar Gewinne in einem Spiel, welches er meis-terlich beherrschte, innerhalb kurzer Zeit wieder zu Geld und Ansehen zu kommen, indem er das Spiel Alogrimondes verkaufte und am Ende seines Lebens ging er in das Reich Aldros ein.

Alogrimonde, die Listige, die Schutzpatronin der Wanderer und die Herrin der Wege, die ewige Wan-derin sah aber, daß die Güter nicht gerecht verteilt waren unter den Menschen. So aber lehrte sie den Alotikros die Listen, den Nutzen der Nacht und das Umverteilen der Güter. So wurde Alotikros zum Ahnherr der Diebe Eridmeas und zum ersten Großmeister der Gilde der Langfinger. Den vierten Teil der Beute weihte er den Tempeln der Alogrimonde, den vierten Teil der Beute ließ er an die Armen verteilen, den vierten Teil erhielten seine getreuen Zöglinge und den vierten Teil ging an die Gilde. Niemals behielt er etwas für sich persönlich. Viele forderten ihn heraus, doch niemals gab es einen so geschickten Dieb wie ihn. Sein Meisterstück aber vollbrachte er, als er dem König während einer Audienz die Königskrone Eridmeas stahl und mit der Krone unbehelligt den Palast verließ und in der folgenden Nacht unbemerkt in den Palast eindrang und dem schlafenden König die Krone aufsetzte und ihm die Botschaft hinterließ, daß er nun auch von Alogrimonde zum König geweiht sei. Seine Kühnheit wurde nur von seiner Klugheit und Schläue über-troffen. 47mal wurde er von seinen Konkurrenten herausgefordert, doch jedes mal gewann er den Wettstreit der Diebe. Seinem ärgsten Konkurrenten Alogrian, dem Fuchs, welcher die Prüfungen be-stand und aus jedem Haupttempel ein Artefakt gestohlen hatte, stahl er die Trophäen und brachte sie in die Tempel zurück, so daß auch dieser seine Vorrangstellung anerkennen mußte. Nur ein einziges Mal in seinem Leben stahl er für sich: Als er aber alt und gebrechlich geworden war und fühlte wie das Leben aus ihm entwich, stahl er eine Silbermünze für den Fährmann und einige Münzen von einem reichen Händler, um seine Totenfeier bezahlen zu können. Zuletzt stahl er noch von jedem seiner Freunde einen kleinen Gegenstand, um immer im Reiche Eschgals an sie erinnert zu sein, bis sie dereinst wiedervereint sein würden. Dann starb er und Tod führte ihn in Eschgals Reich. Alogrian, der Fuchs, welcher nun zum zweiten Großmeister der Gilde der Langfinger Eridmeas wurde, schwor einen heiligen Eid, daß er Alogrimonde bei der Totenfeier des Alotikros gesehen habe und daß die Göttin bittere Tränen um ihren Schützling geweint habe.
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